Die Höhlen der Fränkischen Schweiz vermitteln das Gefühl eines echten Abenteuers. Ohne besondere Vorbereitung kann man hier in eine andere, unterirdische Welt hinabsteigen. Ein Ticket reicht, und schon steht man in einer uralten Höhle. Dort ist alles anders – Temperatur, Geräusche und Beleuchtung. Genau deshalb nehmen Menschen, die auf der Suche nach neuen Eindrücken sind, die Höhlen so oft in ihre Route durch die Fränkische Schweiz auf.
Eine echte Unterwelt unter den Füßen: Was die Fränkische Schweiz so besonders macht
Die Fränkische Schweiz ist besonders, weil sich unter ganz alltäglichen Wegen eine der höchsten Höhlendichten in Deutschland verbirgt. Die Region liegt in einem Gebiet aus Kalk- und Dolomitgestein, das über Millionen Jahre vom Wasser aufgelöst wurde. So entstanden Hunderte unterirdische Hohlräume. Man kann den Vormittag in einem Flusstal verbringen, dann eine Höhle besuchen und am Nachmittag noch durch ein kleines Städtchen spazieren.
Praktisch ist auch, dass ein Teil der Höhlen zu Schauhöhlen ausgebaut wurde. In diesen Schauhöhlen gibt es Wege, Treppen, Beleuchtung, Kassen und feste Führungszeiten. Besuchende müssen weder Führer noch Ausrüstung organisieren, sondern einfach rechtzeitig ankommen. Es handelt sich nicht um eine komplizierte Expedition, sondern um eine spannende Führung – ähnlich wie in einem Schloss oder Museum, nur eben unter der Erde.
Unterirdisches Abenteuer mit den Augen eines Reisenden: Was man fühlt, wenn man eine Höhle betritt
Ein unterirdisches Abenteuer in der Fränkischen Schweiz beginnt schon in den ersten Sekunden, sobald man den Schritt aus dem Tageslicht in den kühlen Eingangstunnel macht. Die Temperatur fällt abrupt auf etwa 8–9 °C, es wird deutlich stiller, und man hört vor allem die Schritte der Gruppe und die kurzen Erklärungen der Führung. Viele Besucherinnen und Besucher beschreiben immer wieder ähnliche Eindrücke:
- Ungewohnte Luft – kühl, feucht, mit einem Geruch, der fast nach Stein wirkt;
- Veränderte Dimensionen – in großen Hallen wirken Menschen sehr klein;
- Lichteffekte – unter den Scheinwerfern treten Stalaktiten und Stalagmiten besonders deutlich hervor.
Parallel dazu erklärt die Führung in einfachen Worten, wie Tropfen für Tropfen diese Gebilde entstanden sind, warum man sie nicht berühren darf und wie lange hier der Höhlenbär lebte. Für Kinder ist das oft der erste echte Kontakt mit Geologie, für Erwachsene eine Möglichkeit zu sehen, wie Karstlandschaften in Wirklichkeit aussehen – und nicht nur auf Fotos.
Die wichtigsten Höhlen der Fränkischen Schweiz: wohin es für unterirdische Eindrücke geht
Die Höhlen der Fränkischen Schweiz lassen sich am einfachsten über einige etablierte Routen entdecken, die seit Langem auf Besucher ausgerichtet sind. Man muss nichts neu planen, sondern lediglich entscheiden, welche Höhle man zuerst sehen möchte.

Die Teufelshöhle bei Pottenstein gilt als die klassische große Höhle der Region. Ihre Gesamtlänge beträgt etwa 3 km, für Besuchende sind rund 800 m freigegeben. Im Inneren warten weite Hallen, Galerien und steinerne Säulen. Das eigentliche Highlight ist das vollständige Skelett eines Höhlenbären, das Kinder wie Erwachsene beeindruckt. Die Führung dauert ungefähr 45 Minuten. Auf dem Weg liegen mehrere hundert Stufen, daher fühlt sich der Rundgang wie eine leichte körperliche Aktivität an.
Die Binghöhle bei Streitberg ist deutlich kompakter, bietet aber eine Fülle interessanter Details. Der touristische Rundweg misst etwa 300 m, auf dieser kurzen Strecke finden sich jedoch viele unterschiedliche Tropfsteinformationen. Die Temperatur im Inneren liegt das ganze Jahr über stabil bei rund 9 °C, daher lohnt sich selbst im Sommer ein zusätzliches Kleidungsstück. Wegen der relativ kurzen Aufenthaltsdauer und des ebenen Weges wählen diese Höhle häufig Familien mit Kindern oder Menschen, die ein unterirdisches Abenteuer ohne längere Belastung erleben möchten.
Ebenfalls sehr beliebt sind Höhlen wie die Sophienhöhle oder die Maximiliansgrotte:
- Die Sophienhöhle beeindruckt mit großen Hallen und dichten Reihen von Stalaktiten und Stalagmiten, die dank der Beleuchtung besonders gut zur Geltung kommen.
- Die Maximiliansgrotte lockt mit längeren unterirdischen Gängen und hohen Räumen, in denen man die Dimension und Tiefe der Höhle besonders intensiv spürt.
Sie unterscheiden sich in der Größe ihrer Hallen, in den Formen der Tropfsteine und in ihrer Umgebung, doch das Besuchsprinzip ist ähnlich: Man geht zur Kasse, schließt sich einer Gruppe an und folgt der Route mit Erklärungen. Wer mehrere Tage in der Region verbringt, kann sinnvoll verschiedene Höhlen kombinieren und so erleben, wie unterschiedlich unterirdische Räume aussehen können.
Unterirdisches Abenteuer ohne unnötiges Risiko: Sicherheit, Komfort, Vorbereitung
Ein unterirdisches Abenteuer in der Fränkischen Schweiz gilt als sicher, weil die Höhlenführungen nach festen Regeln stattfinden und die Wege entsprechend ausgestattet sind. Besuchende bewegen sich ausschließlich mit einer Führung auf beleuchteten Pfaden und Treppen, mit klar gekennzeichneten Absperrungen.
Die eigene Aufgabe ist überschaubar: den Anweisungen folgen und Kleidung wählen, die zur konstanten Kühle im Inneren passt. In der Praxis heißt das: bequemes, geschlossenes Schuhwerk, ein warmer Pullover oder eine Jacke auch im Sommer und die Bereitschaft, einige Stufen zu gehen. Wer sich bei Gesundheit oder Kondition unsicher ist, sollte den Routenbeschrieb vorab lesen und gegebenenfalls eine kürzere Tour wählen.
Wichtig ist außerdem, Tropfsteine nicht zu berühren und die Wege nicht zu verlassen. Höhlen sind empfindliche Naturräume, und das Verhalten der Besuchenden entscheidet mit darüber, wie viele Generationen sie noch in diesem Zustand erleben können.
